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Dr. Eleonora Lipschitz, geborene Krüger aus Berlin-Lichtenberg, lebt von 1922 bis 1981.
Ihr Weg in die Politik beginnt unter den lebensbedrohlichen Umständen des Dritten Reichs: Ihr späterer Ehemann, Joachim Lipschitz, wird als Halbjude von den Nazis verfolgt und von Lores Eltern versteckt.
Joachim Lipschitz, in den 50ziger Jahren Innensenator von Berlin, verstirbt früh, Anfang der 60ziger Jahre. Lore Lipschitz trägt schwer an diesem Verlust, bleibt aber aktiv im sozialpolitischen Geschehen. Sie arbeitet als Dozentin, promoviert in Volkswirtschaft und ist jahrelang Leiterin des Sozialpädagogischen Instituts (SPI) der AWO.
1964 übernimmt sie aus einer Außenseiterposition heraus die Leitung der AWO. Als geschäftsführende Vorsitzende wird sie Nachfolgerin der allgemein akzeptierten Wiedergründerin der AWO nach dem Krieg, Ida Wolff.
Die Zeiten sind schwierig. Die Finanzlage der AWO ist schlecht und innerverbandliche Zwistigkeiten um die Ausrichtung des Verbandes sind in einer sich modernisierenden Gesellschaft an der Tagesordnung. In Lore Lipschitz’ Amtszeit erschließt sie neue Felder für die AWO und saniert die zerrütteten Finanzen. Die Auseinandersetzungen um die Führungsorganisation kann die eher zurückhaltend agierende Leiterin nicht beenden. 1969 tritt sie als Geschäftsführerin zurück und widmet sich fortan der Berliner Politik, insbesondere der Seniorenpolitik.