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Seelsorge
- im Kranksein angenommen werden.

Von Pfarrerin Cornelia Marquardt, Seelsorgerin

Die Seelsorgerin gehört im Alltag des Krankenhauses und des Pflegewohnheimes zu den wenigen Menschen, die sich Zeit nehmen können: Zeit zum Zuhören und zum Schweigen mit den Bewohnern und Patienten; Zeit, sich in ihre Sorgen und Ängste einzufühlen, ganz präsent zu sein; Zeit für Lachen und Weinen; Zeit für Gebet und Gottesdienst.

Seelsorge umfasst alle Bereiche.

Das Ida–Wolff–Krankenhaus
Die Patienten kommen mit ganz unterschiedlichen Krankheitsbildern und haben trotzdem eine wesentliche Erfahrung gemeinsam: Sie wurden herausgerissen aus ihrem bisherigen Alltag und Wohnumfeld, ihrer Familie und ihren Freunden. Sie wissen oft nicht ob und wie sie in dieses Wohnumfeld, in ihr Zuhause zurückkehren werden. Viele Fragen bewegen sie: Kann ich noch alleine zurechtkommen? Wie viel Hilfe brauche ich und wo bekomme ich sie her? Muss ich in ein Altenwohnheim oder ein Pflegeheim ziehen?
Entscheidungen für die Zeit nach dem Krankenhaus müssen getroffen werden. Diese Entscheidungen sind  schwer. Oft sind die Patienten mit ihren Angehörigen hilflos und überfordert.
Die Seelsorge nimmt diese Sorgen und Ängste ernst. Sie versucht die Patienten und auch ihre Angehörigen darin zu begleiten, sich der neuen Situation zu stellen und eine neue Einstellung zu sich selbst zu finden, und unter den veränderten Umständen das Leben wieder zu entdecken und anzunehmen.
Es geschieht auch, dass Menschen aufgrund ihrer schweren Erkrankung keine Hoffnung mehr haben, das Krankenhaus je wieder verlassen zu können. Hier setzt für die Seelsorgerin die oft sich oft über viele Wochen erstreckende Sterbebegleitung ein.

Das Ida–Wolff–Pflegewohnheim
Der Schritt, in ein Pflegewohnheim zu gehen, bedeutet für die Menschen, sich bewusst auf das abschließende Stück Weg ihres Lebens zu begeben. Das Pflegewohnheim ist das Zuhause für den letzten Lebensabschnitt.
Die Seelsorge bietet den Bewohnern Begleitung an. In Gesprächen werden wichtige Lebensstationen bedacht. Freude und Leid, Lachen und Trauer werden durch die Erinnerung ein Stück weit vergegenwärtigt. Durch die Seelsorge werden die Bewohner ermutigt, den eigenen Lebensweg anzuerkennen. Durch einfühlsame Begleitung vermittelt sie ein Ahnung davon, dass jeder Mensch bei Gott und unter den Menschen wert geachtet und geliebt ist ungeachtet seines Alters, seiner Behinderung oder Hinfälligkeit.
Den Bewohnern sind Fragen nach Leben, Sterben und Tod elementar wichtig. In der Seelsorge werden diese Fragen und Ängste aufgenommen und zugleich wird Hilfe und Begleitung auf dem oft langen Weg des Sterbens angeboten.
Zur Sterbebegleitung gehört auch ein würdevoller Abschied. Die Seelsorgerin ermöglicht den Angehörigen, aber auch den Mitbewohnern und Mitarbeitenden, Abschied zu nehmen von einem verstorbenen Menschen. Durch kleine Rituale im Alltag kann der Abschied bewusst erfahren werden. Die Trauer wird zugelassen und gemeinsam wird nach Trost und Hoffnung für das eigene Leben gefragt.
Für ein würdevolles Abschiednehmen steht ein eigens dafür gestalteter Raum zur Verfügung.

Gottesdienste.

Eine wichtige Rolle spielen die monatlichen Gottesdienste. Sie sind ein wichtiger Einschnitt im Alltag der Heimbewohner. Durch das Singen und Hören der Lieder, durch das Hören der vertrauten biblischen Worte und das Sprechen der Gebete, durch die Feier des Abendmahles können sich die Bewohner ihres eigenen Lebens und ihrer Lebenswürde vergewissern. Sie erhalten Trost und Hoffnung.
Die Gottesdienste begleiten durch die Festtage des Kirchenjahres. Sie finden in enger Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde Dreieinigkeit statt. Ehrenamtliche Helfer unterstützen die Bewohner auf dem Weg zum Gottesdienst.
Ein Höhepunkt ist das gemeinsame Erntedankfest mit Frühstück in der Dreieinigkeitskirche.

Beistand für Angehörige und Mitarbeitende.

Eine weitere Aufgabe der Seelsorge ist die Begleitung der Angehörigen der Patienten und Bewohner. Eine Angehörigengesprächsgruppe ist im Aufbau.

Ebenso ist die Seelsorge offen für Fragen und Probleme der Mitarbeitenden und bietet Gesprächsangebote an. Die Seelsorgerin ist Ärztin, Schwestern, Pflegern und der Heimleitung eine Gesprächspartnerin, um miteinander ethische Fragen der medizinischen Versorgung, der Pflege und Betreuung der Bewohner und Patienten zu beraten.

Kontakt:

Pfarrerin Cornelia Marquardt
Tel: 030 / 60 00 17 42
Sprechzeiten: montags und donnerstags, jeweils 12.30 Uhr – 13.30 Uhr

Ansprechpartnerin der katholischen Seelsorge:
Gemeindereferentin Cordula Napieraj
Telefon 030 / 66 62 48 71

Zum Erteilen der Sakramente:
Pfarrer Bernhard Gewers
Telefon 030 / 66 62 48 73

Seelsorge im Ida-Wolff-Geriatriezentrum